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“Alles unter Strom – Wunschvorstellung oder Horrorszenario?” Sehen Sie hier den MD.TALK

Die MOTORDIALOG-Moderatoren Sarah Elßer und Andreas Keßler diskutieren heute mit den Gästen über die Elektromobilität. Wie wahrscheinlich und sinnvoll ist es, dass wir in naher oder auch ferner Zukunft rein elektrisch fahren? Über diese Frage sprechen unsere Experten:

Thomas Aurich – Leiter Unternehmenskommunikation bei Delphi Deutschland GmbH

Norbert Breidenbach – Vertriebsvorstand Mainova AG

David Flaschenträger – Wissenschaftlicher Mitarbeiter Fraunhofer-Institut LBF

Hans-Jürgen Mäurer – Leiter Entwicklung und Technik DEKRA Automobil GmbH

Fachmann an der Bar ist Valentin Jahn – Mobilitätsforscher am Innovationszentrum für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel

 

Sicher ist, dass die E-Mobilität die Umwelt und auch das Klima schont. Trotzdem sind diese Autos auf dem deutschen Markt nicht besonders beliebt. Liegt das an der fehlenden Infrastruktur? Immerhin gibt es verteilt auf ganz Deutschland nicht einmal 4.000 Ladestationen. Und das, obwohl die durchschnittliche Reichweite nur etwa 120 Kilometer beträgt. Oder sind andere Länder uns hier einen Schritt voraus, weil sie mit Subventionen locken? Oder ist die reine Elektromobilität eine Wunschvorstellung, bei der die Regierung über das Ziel hinausgeschossen ist?

David Flaschenträger betrachtet die technische Seite. Die Elektromobilität wird technisch immer weiter entwickelt. Zur Zeit ist es jedoch noch so, dass die elektrisch angetriebenen Autos in einem höheren Preissegment liegen. Ein Käufer, der sich für diese Preisklasse interessiert, möchte Fahrspaß und wählt daher eher ein Auto mit höherer Reichweite. An solchen Antrieben und Batterien wird hinter verschlossenen Türen weiter entwickelt, weshalb der wissenschaftliche Mitarbeiter positiv in die Zukunft schaut.

Die Forschung muss noch ein weiteres Problem lösen: Akkus haben keine sehr lange Lebensdauer, wenn sie oft tiefentladen und dann wieder aufgeladen werden. Hans-Jürgen Mäurer verweist hier auf einige Hybridfahrzeuge, die ihren Spannungshub gering halten. So können mehr Ladezyklen ohne Leistungsverlust erreicht werden. Die Ladekapazität der Batterie sinkt dann nur noch sehr langsam.

Nicht nur die Autokonzerne, sondern auch ihre Zulieferer müssen umdenken. Ein Elektromotor benötigt einen anderen Antrieb als der Verbrennungsmotor. Auf den Auspuff kann zum Beispiel komplett verzichtet werden. Thomas Aurich erklärt, dass hier neue Herausforderungen stecken. Besonders im Bereich der Bremsen, die jedes Auto weiterhin brauchen wird, kann viel getan werden. Bereits jetzt nutzen einige Elektroautos Rekuperation, damit die Bremsenergie nicht verloren geht.

An der Bar wirft Valentin Jahn einen Blick in die Zukunft: Elektromobilität ist kein Bedürfnis. Es gibt wenige Leute, die tatsächlich Interesse an Elektroautos haben. Eine Zielgruppe hierfür sind die „Early-Adopters“. Sie stellen sich die individuelle Mobilität anders vor. In dieser anderen Denkweise steckt die Chance der E-Mobilität.

Das Elektroauto kann auch die Hürden der regenerativen Energien auffangen. Überschüssige Energie, die beispielsweise Wind bei Nacht erzeugt, können Fahrzeuge zum Laden verwenden. Die Energie wird genutzt und das Auto steht nicht nur rum. Das tut es allerdings die meiste Zeit über. Damit ein Auto nicht 23 Stunden am Tag steht, bietet sich Car-Sharing an. So könnte man in Städten viele Autos einsparen und es entstünde mehr Stellfläche, die dann auch wieder zum Laden genutzt werden könnte.

Schritt für Schritt werden wir in Zukunft mit Neuerungen rechnen können. Wie sich die Mobilität verändern wird und wann der nächste innovative Durchbruch kommt, können selbst unsere Experten nur erahnen.

Ladesäulen für Elektroautos in Europa Karte

Ladesäulen in Deutschland Statistik

Die Early Adopters

Dauer: 1:04:34
Produktion: August 2015

 

 

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