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MD.VORLESUNG – Was bringt uns KI? Das Fazit

Nach fünf spannenden Vorträgen zum Thema künstliche Intelligenz (KI) folgt nun das Fazit des Tages. MOTORDIALOG-Moderatorin Sarah Elßer fasst mit den Rednern zusammen, was KI kann und wo die Gefahren liegen.

Birgit Priemer, Chefredakteurin auto motor und sport

Andreas Brozat, Konzernkommunikation Innovation und Digitalisierung bei der Volkswagen AG

Harald Barth, Produkt Marketing Manager Valeo Deutschland

Werner Bicker, Vorsitzender Verband der Motorjournalisten e.V.

Der aktuelle Stand der Technik

Künstliche Intelligenz gibt es bereits. In nahezu jedem Smartphone steckt eine Software, die Gesichter erkennen kann. Eine Weiterentwicklung dieser Technik schafft es inzwischen, mit 99-prozentiger Sicherheit Personen zu erkennen. Dennoch ist das Misstrauen in der Bevölkerung weltweit groß. Solange die Menschen keinen nennenswerten Benefit erkennen und als solchen akzeptieren, bleibt die Verunsicherung. Doch warum ist das so?

Der Mensch traut der Maschine nicht

Obwohl die Technik bereits in der Gegenwart angekommen ist, gilt sie immer noch als Zukunftsmusik. Viele Menschen wissen, dass dadurch Unfälle vermieden werden könnten. Auf der anderen Seite vertrauen sie dem Fahrzeug umso weniger, je mehr es selbst machen kann. Der Grund dafür ist genauso einleuchtend wie banal: Angst vor dem Unbekannten.

Der Standpunkt der Wissenschaft (und Industrie)

Der Begriff Intelligenz ist irreführend, da der Mensch diese Eigenschaft für sich allein beansprucht. Daraus lässt sich fälschlicherweise schlussfolgern, dass es eine menschliche Disziplin sei. Bei der künstlichen Intelligenz geht es jedoch lediglich um Vorhersagen und Kalkulationen, nicht aber um Emotionen.

Menschen fühlen sich beim Kontakt mit KI recht schnell entmündigt, beispielsweise wenn das Auto selbst einparkt. Unternehmen sollten durch Veranstaltungen dafür sorgen, dass Misstrauen abgebaut wird. Hinderlich ist jedoch, dass autonome Fahrzeuge beispielsweise noch nicht in allen Bereich eingesetzt werden können – sei es aufgrund fehlender Daten, technischer Probleme oder gesetzlicher Hürden.

Probleme und Gefahren

Damit sich die Ängste der Bevölkerung nicht bewahrheiten, können die Systeme erst dann verwendet werden, wenn sie wirklich sicher sind. Für ein autonom fahrendes Fahrzeug bedeutet das zum Beispiel, dass es einen Menschen als solchen erkennen muss. Die Sensorik muss zusätzlich „Blickkontakt“ mit der Person aufbauen. Immerhin würde das ein Autofahrer auch tun, um zu sehen, ob der andere Verkehrsteilnehmer das herannahende Auto wahrgenommen hat.

Zudem gibt es bei KI ein ethisches Problem. Künstliche Intelligenz hat keinerlei Gefühle. Sie kann nicht zwischen Gut und Böse unterscheiden. KI tut einfach das, worauf sie programmiert ist. Ein humanitärer Einsatz in Krisengebieten ist also genauso denkbar, wie ein Terroranschlag. Verantwortliche aus Wirtschaft und Militär äußern sich dazu bisher eher spärlich – wenn überhaupt!

Die Vorteile von KI

Passende Werbung für das eigene zukünftige Verhalten – dieses Thema ist sehr umstritten! Zwar möchte niemand weiterhin Werbung für eine neue Waschmaschine bekommen, wenn er/sie sich gerade eine neue zugelegt hat. Dass ein Algorithmus mit Daten aus der Vergangenheit das zukünftige Kaufverhalten prognostiziert und entsprechend Werbung zeigt, wollen aber auch nicht alle User. Immerhin können potenzielle Kunden so zu Käufen verleitet werden, die sie sonst nicht getätigt hätten.

Über Smart Cities und die Vermeidung von Staus freuen sich aber wohl alle. Beispielsweise könnten intelligente Mülltonnen der Müllabfuhr mitteilen, wann sie geleert werden müssen. Müllabfuhrautos würden also nicht mehr unsinnig durch die Straßen fahren, um letztendlich vor leeren Abfallbehältern zu stoppen. Diese und viele weitere Methoden ließen sich mit flächendeckender KI erreichen.

Und jetzt sind Sie gefragt: Diskutieren Sie mit uns in den Kommentaren über künstliche Intelligenz! Wir freuen uns auf einen angeregten Austausch.

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