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MD.VORLESUNG – Venture-Capital als Antrieb der Digitalwirtschaft

Clark Parsons, Geschäftsführer IE.F (Internet Economy Foundation), spricht am 19. Oktober 2017 auf dem Politischen Abend des Kaiserlichen Automobil-Clubs in Berlin über Deutschlands Chancen in der Digitalwirtschaft.

Die größten Unternehmen am Markt – global gesehen –  sind aktuell Tech-Plattformen, doch die haben ihren Sitz oft im Silicon Valley oder in China. Deutschland ist in diesem Unternehmensbereich eher schlecht aufgestellt. Die Internet Economy Foundation soll das ändern – sie soll dafür sorgen, dass Europa in Zukunft auch in der Tech-Branche Anschluss findet. Doch dieses Vorhaben ist gar nicht so leicht zu realisieren. Global Player wie Google oder Apple dominieren den Markt und haben einen gewaltigen Vorsprung durch ihre Erfahrungen, aber auch aufgrund der bereits gesammelten Daten.

Technischer Wandel

Auch die europäische Automobilbranche muss sich nun langsam eingestehen, dass sie global gesehen Marktanteile verlieren könnte, wenn sie sich nicht in Bezug auf Künstliche Intelligenz (KI) weiterentwickelt. KI bietet große Potenziale, um Probleme bei Autoherstellern beheben zu können.

Ein Umbruch kommt auch auf andere Bereiche der Automobil-Industrie zu. Kunden werden in Zukunft mehr auf Services und Dienstleistungen setzen, weiß Parsons. In einigen Ländern ist es bereits jetzt so, dass Käufer eher auf Entertainment und andere elektronische Raffinessen setzen als auf die Technik des Fahrzeugs. Ein Trend ist zudem, dass Nutzer ein Auto nicht mehr besitzen, sondern nur noch fahren wollen. Dennoch ist sich Parsons sicher, dass es auch in Zukunft noch Autos und die Automobilclubs geben wird.

Europa als Vorreiter

Clark Parsons weiß, dass Europa in Bezug auf das Internet eher schlecht dasteht. Allerdings gibt es zwei Bereiche der Digitalisierung, in denen sich die europäische Wirtschaft global etabliert hat:

Zum einen ist das die Musik-Branche. Der bekannte Streaming-Dienst „Spotify“ aus Schweden kann sich gegen den amerikanischen Konkurrenten Apple mit seiner Plattform iTunes behaupten. Und auch die Spiele-Industrie ist auf diesem Kontinent gut aufgestellt. Immer wieder gibt es in diesem Bereich innovative Techniksprünge, die auch auf andere Branchen übertragen werden können.

Mehr Geld durch VC

VC (= Venture-Capital), also Wagniskapital, treibe die Wirtschaft an, erklärt Clark Parsons. Gerade in der Forschung und Entwicklung (F&E) gibt es viele VC-Unternehmen. Diese nutzen Ideen aus Universitäten, entwickeln sie weiter und bringen diese Innovationen schließlich auf den Markt. Parsons rät dazu, in F&E-Abteilungen verstärkt auf den VC-Markt zu achten, um solches Kapital zu nutzen.

Er weiß allerdings auch, dass europäische Firmen das Potenzial von Wagniskapital nicht voll ausschöpfen. Wenn Europa den Anschluss nicht verlieren will, sei es notwendig, VC verstärkt zu nutzen. Das Kapital der Europäer müsse in die Märkte fließen – über VC.

Plattformenwirtschaft

Jedes Unternehmen möchte schnell große Gewinne erzielen. Aber warum soll das gerade durch eine Investition in eine Plattform funktionieren? Clark Parsons erklärt das mit der großen Marge – Plattformen wachsen oft sehr schnell.

Der Nachteil an Plattformen ist, dass hierdurch leicht eine monopolähnliche Stellung für ein Unternehmen entstehen kann. Parsons führt hier beispielsweise iTunes im Vergleich zu Spotify an. Bei Apple-Nutzern ist die Plattform mit dem Betriebssystem vorinstalliert.

 

Der 2. Vortrag des politischen Abends ist von Prof. Dr.-Ing. Michael Benz. Den Beitrag finden sie hier.

 

Dauer: 22:40

Produktion: Oktober 2017

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