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MD.TIRE COLOGNE – Aus Alt mach Neu: Recycling in der Reifenindustrie

MOTORDIALOG-Moderatorin Anke Seeling hat spannende Talk-Gäste in unser MD.Studio auf der The Tire Cologne eingeladen. Sie diskutiert mit den Experten über Recycling, Runderneuerung und Müll: Was passiert mit den Reifen, wenn sie nicht mehr fahrbar sind?

 

Talk-Gäste:

Stephan Rau, Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (WdK)

Reinhard Zweck, KURZ Karkassenhandel GmbH

Danny Schwalbe, Mülsener Rohstoff- und Handelsgesellschaft

Falk Müller, Reifenrunderneuerung GmbH

 

Das Ende eines Reifenlebens

Ist ein Reifen abgefahren, hat er die Chance auf ein „zweites Leben“.  Gerade Lkw-Reifen werden runderneuert – manchmal auch mehr als einmal. Hier gibt es unterschiedliche Möglichkeiten: Eine neue Lauffläche kann vulkanisiert, also heiß verbacken, oder aber aufgeklebt werden. Diese Verfahren kosten nur etwa ein Drittel eines Neureifens. So kann die gesamte Lebensdauer der Karkasse von bis zu einer Million Kilometer ausgenutzt werden.

Aber irgendwann ist jeder Reifen am Ende seiner Fahrtzeit angelangt und muss entsorgt werden. Auch hierfür gibt es unterschiedliche Wege: Zum einen kann das Produkt granuliert werden. Zum Verbrennen eignen sich die Kautschukmischungen ebenfalls. Dies hat den Vorteil, dass kein fossiler Brennstoff benötigt wird, um Hitze zu erzeugen. Neben den „Haupt-Recycling-Möglichkeiten“ gibt es auch noch viele andere Methoden, das Material zu nutzen. Bei einer Pyrolyse, also einer thermo-chemischen Spaltung organischer Verbindungen, lösen sich aus dem Reifen einzelne Stoffe heraus wie beispielweise Öle, Ruß und Stahl. Pneus dürfen nicht auf Deponien gelagert, sondern müssen weiterverwertet werden.

Ein großer Abnehmer für Reifen ist die Zement-Industrie. Allerdings geht hier die gewünschte Stückzahl zurück, sodass die Verwerter auf einem immer größeren Teil sitzenbleiben. Dies hat unter anderem damit zu tun, dass inzwischen weniger Reifen runderneuert werden.

Runderneuerung

Die Anzahl an Reifen, die runderneuert werden, sinkt. Ein Grund hierfür sind die sogenannten Low-end-Reifen aus China, die nur einmal verwendet werden können. Durch die Subventionierung dieser Produkte haben sie dem Runderneuerungsmarkt schwer geschadet und auch der indirekte Eingriff in die Nachhaltigkeit ist immens. Immerhin werden nun wieder mehr Ressourcen für neue Reifen benötigt.

Wiederverwertung von Reifen

Können Reifen weder ins Ausland verkauft noch runderneuert werden, kommen sie in die Verwertung. Die Produkte werden zermahlen oder geschreddert. Aus dem Granulat werden anschließend neue Produkte gemacht, beispielsweise Gummimehle. Allerdings gibt es auch hierfür zu viele alte Reifen, die entsorgt werden müssen. Daher gehen einige Verwerter neue Wege und entwickeln eigene Produkte aus den Altreifen.

Dennoch hat sich die Anzahl an zu entsorgenden Altreifen nicht wesentlich erhöht, weiß Stephan Rau vom WdK. In den letzten Jahren lag dieser Wert recht konstant bei jeweils um 580.000 Tonnen. Das Problem, mit dem die Verwerter zu kämpfen haben, ist also keine steigende Anzahl an Altreifen, sondern sinkende Verwertungsmöglichkeiten. Beispielsweise schränkt der Gesetzgeber aufgrund von Giftstoffen Recycling-Arten ein.

ZARE – Zertifizierte Altreifen-Entsorger

ZARE-zertifizierte Unternehmen tragen dafür Sorge, dass Reifen ordnungsgemäß entsorgt werden. Reinhard Zweck ist davon überzeugt, dass Kunden auf solche Zertifizierungen Wert legen. Dies zeigt sich daran, dass immer mehr kleinere Betriebe, die nicht zertifiziert waren, wegfallen. „Der Kunde legt Wert auf eine ordnungsgemäß zertifizierte Entsorgung“, so der Experte.

Warum der Reifen schwarz ist, bekommt Anke Seeling hier beantwortet!

 

 

Dauer: 27:17

Produktion: Mai 2018

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