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MD.TIRE COLOGNE – Warum ist der Reifen schwarz: Informationen zur Reifentechnik

Stephan Rau, Wirtschaftsverband der deutschen Kautschukindustrie e.V. (WdK), beantwortet die Eingangsfrage von MOTORDIALOG-Moderatorin Anke Seeling kurz und knapp: Der Reifen ist schwarz wegen des Inhaltsstoffs Ruß.

 

Was macht der Ruß im Reifen?

Jetzt wird unser Experte auf der The Tire Cologne konkret: Der Ruß im Reifen dient als Bindemittel, diese Kohlenstoff-Verbindung macht das Produkt langlebig und stabil. Der Reifen an sich besteht aus elastischen Gummi-Ketten. Der Vulkaniseur kocht diese dann zusammen mit dem Ruß, wodurch aus dem plastischen Medium ein elastisches Bauteil wird. Nun hat der Reifen seine typische Form und die gewünschten Eigenschaften.

Im Endprodukt befinden sich schließlich etwa 30 Prozent Ruß. Unter anderem sorgt er für Stabilität und auch dafür, dass die Passagiere beim Einsteigen in das Fahrzeug keinen Stromschlag bekommen. Früher hat man am Auto wesentlich häufiger „eine gewischt bekommen“ als heute.

 

Was haben das Vulkaniseurhandwerk und eine Bäckerei gemeinsam?

Stephan Rau vergleicht die Tätigkeiten eines Vulkaniseurs gerne mit dem Bäckerhandwerk. In einen Brotteig kommen alle benötigten Zutaten wie auch in den Reifen: Öle, Kautschuk, Alterungsschutzmittel… daraus wird dann ein Brotlaib oder eben der Reifen geformt. Aus dem Ofen kommt letztendlich das finale Brot. Der Teig hat seine Eigenschaften durch das Erhitzen geändert, genauso wie während des Kochens aus der Gummi-Masse ein fester Reifen entstanden ist.

 

Mehr als nur Ruß und Gummi

Doch unser Reifenbrot hat noch mehr Bestandteile, die für die Eigenschaften der heutigen Produkte und deren Sicherheit unerlässlich sind: Beispielsweise setzt man inzwischen vermehrt auf Silica, die Salze in der Kieselsäure. Dieser Stoff sorgt unter anderem dafür, dass der Abrieb des Reifens gesenkt wird. Generell sorgt die Säure dafür, den Zielkonflikt zwischen Rollwiderstand, Nassrutschfestigkeit und Abrieb zu minimieren. Umso mehr man bei der Reifenherstellung eine dieser Eigenschaften optimiert, desto mehr Nachsehen hat eine andere. Silica kann diese Abhängigkeiten zwar nicht verhindern, aber positiv beeinflussen.

Ein entscheidender Nachteil beim Verwenden von Kieselsäure ist der Mehraufwand bei der Produktion. Anders als bei reinen Ruß-Gemischen benötigt es bei der Verwendung von Silica einige chemische Reaktionen neben dem eigentlichen Kneten, wie der Mischvorgang bei Gummimischungen genannt wird.

 

Ganzjahresreifen – Der perfekte Kompromiss?

„Im Sommer ein Sommerreifen macht einfach Sinn. Und im Winter ein Sommerreifen – das funktioniert nicht“, sagt Stephan Rau. Gerade Vielfahrer sollten aus diesem Grund auf Ganzjahresreifen verzichten. Aus finanzieller Sicht ist ein Satz Reifen natürlich vorteilhaft. Allerdings kommt es auf die Anforderungen an, denen der Reifen ausgesetzt wird.

 

Dauer: 12:20

Produktion: Mai 2018

 

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