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MD.IAA 2017 INFO – Autos aus den 70ern

Rainer Buchmann wird vom AvD (Automobilclub von Deutschland) für seine innovativen Ideen ausgezeichnet. MOTORDIALOG-Moderatorin Maja Sommer ist live dabei.

Matthias Braun, Generalsekretär AvD, überreicht dem Kult-Designer die rot-goldene Ehrennadel. Rainer Buchmann nimmt diese gerne an, weist aber darauf hin, dass er ohne sein Team die Ideen nie so hätte umsetzen können. Das Hauptaugenmerk lag bei dem Visionär schon immer auf Zukunftstechnologie und damit natürlich auf der jeweils aktuellen Forschung.

Tuner Rainer Buchmann

Damals war es für die Autohersteller undenkbar, solche Techniken in hoher Stückzahl einzubauen. Inzwischen sind Lenkrad-Fernbedienung und gewisse Assistenzsysteme in vielen Fahrzeugen serienmäßig verbaut. Hersteller und Zulieferer stehen untereinander im Wettbewerb, wer welches innovative Produkt schneller und besser auf den Markt bringt. Dennoch benötigen diese Ideen eine Entwicklungsphase – früher waren sie etwa in zehn bis 15 Jahren serienreif. Rainer Buchmann wusste diesen Zeitvorsprung schon damals zu schätzen. Er ist der Ansicht, dass es leichter war, Wünsche und Visionen in die Tat umzusetzen als heute. Inzwischen braucht es von der Idee in die Serie lediglich drei bis fünf Jahre.

Jürgen Karpinski, Präsident ZDK (Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe), erinnert sich an die 70er Jahre als eine Zeit, in der noch viel handwerklich geschaffen wurde. Das gilt natürlich auch für die Fahrzeuge, die am Gemeinschaftsstand von VDA, AvD und ZDK ausgestellt sind. Er selbst hat Erfahrungen in der Kfz-Werkstatt gesammelt und weiß zu berichten, wie sehr man sich in ein historisches Automobil hineindenken muss, damit jeder Handgriff korrekt ausgeführt werden kann.

Die wilden 70er

Das Wilde an den 70ern war das Motorengeräusch. Die Umwelt spielte zu dieser Zeit noch keine große Rolle. Die Emotionen machten das Auto zu dem, was es war. Jürgen Karpinski erinnert sich daran, wie die Fahrer in Tunneln die Fensterscheiben runterließen, um den Klang von Motor und Schaltung besser hören zu können.

Wild waren auch die Fahrweisen. Rainer Buchmann ist der Ansicht, dass die Fahrer von damals mehr Mut bewiesen und dadurch auch mehr Spaß hatten. Heute liegt der Fokus beim Auto auf den Sicherheitsaspekten – die Emotionen und die Lust auf das neue Unbekannte sind in den Hintergrund getreten.

Der Regenbogenporsche feiert sein 40. IAA-Jubiläum. Matthias Braun erklärt den farbenfrohen Porsche, designt von Rainer Buchmann, zu seinen Favoriten. Der Generalsekretär des AvD glänzt mit Wissen über das Schmuckstück und seinen Couturier: Die Farben des Regenbogenporsche stammen von Polaroid. Auch die Technik der Sofortbildkamera-Marke nutzte der Tuner, um einen Parkassistenten zu entwickeln. Der Autofokus für die Kameras war vor 40 Jahren schon so präzise, dass diese Technologie dafür genutzt werden konnte. Außerdem verrät Braun ein Geheimnis: Rainer Buchmann hatte schon immer eine starke Frau im Rücken. Seine Ehefrau unterstützte ihn tatkräftig bei Dingen wie der Farbauswahl für die Fahrzeuge.

Bunt und übertrieben – typisch für die 70er. Aber was machte die Autos aus? Autocouturier Rainer Buchmann erinnert sich daran, dass in diesem Jahrzehnt auch bei den Fahrzeugen eher übertrieben wurde – mehr Spoiler, breiteres Heck und vor allem bunter. Inwieweit solche Modifizierungen sinnvoll waren, wurde nicht bedacht. Es galt der Grundsatz „Viel hilft viel“.

Aus der Modebranche ist bekannt, dass Muster, Schnitte und ganze Kleidungsstücke erneut zu einem Trend werden. Bei Autos ist das das Tuning. Während ein Motor dafür früher zerlegt werden musste, genügt heute eine Änderung an der elektronischen Motorsteuerung – das so genannte Chiptuning.

Die Ehrung von Rainer Buchmann für sein Lebenswerk wurde am 12. September 2017 live auf der IAA aufgezeichnet.

Dauer: 15:26

Produktion: September 2017