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MD.HYPERMOTION 2017 – Autonomes Fahren im ÖPNV

Autonomes Fahren ist ein viel diskutiertes Thema. Doch bevor private Fahrzeuge serienmäßig mit dieser Technik ausgestattet werden und autonom auf öffentlichen Straßen fahren dürfen, wird es noch einige Zeit dauern. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) scheint da schon etwas weiter zu sein. MOTORDIALOG-Moderatorin Anke Seeling hat bei Dr. Daniel Hesse und Heinrich Coenen von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) nachgefragt, wie die autonome Zukunft aussehen wird.

Testbetrieb bei der Berliner Charité

Der EZ 10 ist ein autonomer Shuttlebus mit Platz für bis zu zwölf Personen. Auf zwei Campusgeländen der Berliner Charité sollen je zwei Fahrzeuge von Easy Mile und Konkurrent Navya unter realen Bedingungen getestet werden. Auf den Testgeländen werden sowohl Fahrrad- als auch Fußgängerverkehr sowie andere Fahrzeuge den Kleinbussen begegnen. Das autonome Fahrzeug muss selbstständig erkennen, ob es sich um einen Rettungswagen handelt und diesem selbstverständlich die Vorfahrt gewähren.

Die drei eingesetzten Linien – ein Bus dient als Ersatz – sollen zeigen, wo nachgebessert werden muss, bevor autonome Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen eingesetzt werden können. Da aktuell noch viel bei diesen Transportmitteln entwickelt werden muss, testen die Berliner Verkehrsbetriebe unterschiedliche Hersteller. Ab voraussichtlich März 2018 sollen die Busse mit einer Geschwindigkeit von 20 Kilometer pro Stunde auf den Testlinien fahren.

Herausforderung für die autonomen Shuttles

Verkehre werden in den Städten immer mehr und gerade Berlin, aber auch andere Metropolen wie Frankfurt oder München stoßen langsam an ihre Kapazitätsgrenzen. Mehr Autos, mehr Züge, mehr Fahrräder und immer weniger Fläche – die Herausforderung liegt also vorerst darin, die autonomen Shuttlebusse in diesen durchaus problematischen Mischverkehr zu integrieren. Aufgrund der recht kleinen so genannten Gefäßgröße, also der Anzahl an möglichen Passagieren, macht es nicht immer Sinn, große Diesel-Busse zu ersetzen. Hesse ist der Ansicht, die BVG könne so ganz neue Bereiche ausstatten, die vorher auf eine derartige Mobilität verzichten mussten.

Um die Fahrgäste langsam an die autonomen Gefährte ganz ohne Fahrer zu gewöhnen, wird in der ersten Testphase immer eine Begleitperson mitfahren. Denn nur wenn eine gesellschaftliche Akzeptanz für die Shuttles geschaffen wird, lohnt sich die Investition langfristig.

Kosten sind generell ein Problem, denn wie soll in einem Bus ohne Fahrer jemand die Tickets kontrollieren? Hierfür sollen in Zukunft moderne Techniken eingesetzt werden, erklärt Coenen. Für solche Innovationen stehen die Berliner Verkehrsbetriebe in regem Austausch mit Start-ups, die sich auf Hightech spezialisiert haben.

Antrieb der Zukunft

In Zukunft sollen Fahrzeuge nicht nur autonom, sondern auch sauber fahren. Gerade in Innenstädten bieten sich also emissionsfreie E-Busse an. Unterschiedliche Verkehrsbetriebe in Hamburg und Berlin haben hierfür eine Arbeitsgruppe gebildet. Gemeinsam wollen sie herausfinden, wie man die Infrastrukturen dahingehend verbessern kann, um nicht nur autonome Fahrzeuge, sondern auch elektrische zu nutzen.

 

Dauer: 15:39

Produktion: November 2017

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