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MD.HYPERMOTION 2017 – Smart City: Wie entwickeln sich unsere Innenstädte?

Eine Frage, die auf der Hypermotion 2017 alle beschäftigt: Wie sieht die Mobilität der Zukunft aus? MOTORDIALOG-Moderatorin Anke Seeling lässt sich die Stadtplanung der Zukunft von Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh, Gründerin SmartCity.institute, erklären.
Sie hat SmartCity.institute gegründet, um ohne zeitlichen Rahmen und eine festgeschriebene Budgetierung intersektoral zum Thema Mobilität der Zukunft forschen zu können. Ihr Ziel war es herauszufinden, in welche Richtung Städte entwickelt werden müssen – das war im Jahr 2014.

Die Städte von morgen: Smart City

Heute ist Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh weiter mit ihrem Unternehmen und dem Gedanken „Smart City“ – Digitalisierung ist auch auf kommunaler Ebene in den Köpfen der Verantwortlichen angekommen. Dennoch weiß die Gründerin, dass noch viel Arbeit auf die Gesellschaft zukommen wird, um den urbanen Bereich optimal zu gestalten. Bereits seit 2009 arbeitet Etezadzadeh an diesem Themenkomplex. Damals dachte sie, dass die Elektromobilität wesentlich schneller wachsen wird, als es in den vergangenen Jahren tatsächlich der Fall war.
Wichtig an Konzepten für die Zukunft ist nach Etezadzadeh der interdisziplinäre Teil. Unterschiedliche Branchen müssen sich über ein Thema austauschen – beispielsweise Automobilhersteller: Sie müssen sich nicht nur mit Energieversorgern, sondern auch mit Infrastrukturgebern an einen Tisch setzen. Nur so kann es nach der SmartCity.institute-Gründerin gelingen, ein zukunftsfähiges Fahrzeug auf die Straße zu bringen. Dieses Auto ist dann letzen Endes nur ein sehr kleines Teil vom großen Projekt Stadt.
Smartcitynews.global ist eine Monitoring-Plattform – ins Leben gerufen von Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh – auf der weltweit und interdisziplinär Berichte zum Thema Digitalisierung gesammelt werden. Das soll den Nutzern ermöglichen, sich fachübergreifend und möglichst umfänglich über den neuesten Stand zu informieren. In der Veranstaltung Blisscity.global manifestiert sich der Prozess des Netzwerkens. Experten aus zehn verschiedenen Infrastruktursektoren treffen sich dort, um ihren jeweiligen Standpunkt zu präsentieren. Dies ist dann die Grundlage für eine zukünftige fächerübergreifende Kooperation.
Bei der Stadtentwicklung darf nicht nur die technische Komponente betrachtet werden, auch die gesellschaftliche Sichtweise auf den urbanen Raum ist zu berücksichtigen. Resilienz ist hierbei das Schlagwort. Der Begriff stammt ursprünglich aus der Psychologie. In der Technik-Branche bedeutet es, dass ein System nicht vollständig ausfällt, wenn Teile davon defekt sind. Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh spricht hierbei vom „Immunsystem der Stadt“, also von verschiedenen Mechanismen, mit denen sich eine Gemeinschaft gegen unterschiedliche Ausfälle schützen kann. Unter anderem sind hier Materialverschleiß, aber auch Gefahren von außen – wie Naturkatastrophen – zu nennen. Eine Stadt muss nach Etezadzadeh so konstruiert sein, dass sie sich selbst, aber auch ihre Bewohner gegen solch widrige Ereignisse schützen kann.

Digitalisierung ist nicht alles

Auch wenn die SmartCity.institute-Gründerin durchweg von Vernetzung und Digitalisierung spricht, so weiß sie doch, dass das nicht alles ist. Denn nicht immer ist es sinnvoll, Gegenstände in das Internet der Dinge (engl. Internet of Things = IoT) einzubinden. Wenn sich in einem Gebäude beispielsweise Fenster nur über einen Tablete-PC öffnen beziehungsweise schließen lassen und das dann eine halbe Stunde benötigt, ist dieser Digitalisierungsschritt unsinnig – immerhin soll durch die Digitalisierung alles besser und vor allem schneller werden. Auch die Rationalisierung von Arbeitsplätzen durch Roboter oder Computer sieht Prof. Dr. Chirine Etezadzadeh kritisch, denn es ist nicht gewährleistet, dass sich der betroffene Mitarbeiter in einem anderen Job zurechtfindet. Er bleibt gegebenenfalls arbeitslos. Digitalisierung muss, so Etezadzadeh, immer einen positiven Effekt auf die Lebensqualität der betroffenen Personen haben.

Mehr von der Hypermotion 2017 gibt es hier!

Dauer: 13:22

Produktion: September 2017

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