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MD.HYPERMOTION 2017 – Kurt Sigl, BEM, über die Vernetzung der E-Mobilität in der Smart City

Die Zukunft der Mobilität ist ungewiss. Ab wann dürfen Autos regulär auf den Straßen autonom fahren? Welche Antriebsarten werden die Fahrzeuge dann haben? Wie lässt sich die Infrastruktur verbessern, um die Mobilität als Ganzes zu optimieren? Auf der Hypermotion 2017 in Frankfurt/Main will MOTORDIALOG-Moderatorin Anke Seeling bezüglich der Elektromobilität ein bisschen Licht ins Dunkel bringen. Dafür hat sie Kurt Sigl, Präsident des Bundesverbands eMobilität e.V. (BEM) zu sich ins Live-Studio eingeladen.

Die Hypermotion

Netzwerken ist auf Messen das A und O. Kurt Sigl erhofft sich das auch von der ersten Hypermotion, die dieses Jahr im November in Frankfurt stattfindet. Player der Automobilindustrie sollen sich mit der Digitalisierung vertraut machen und auch die Logistik-Branche wird sich weiter öffnen. All diese unterschiedlichen Sektoren sind auf der Hypermotion vertreten und sollen über die zahlreichen Kongresse und Veranstaltungen verbunden werden. Kurt Sigl selbst hat zu diesem Konzept beigetragen: Nachdem er aus Amerika von der CES zurückkam, wollte er Automobilindustrie und die Tech-Branche vereint auf einer Messe sehen. Die IAA hingegen bezeichnet der Elektromobilitäts-Experte als veraltet – eine „Oldtimer-Messe“.

Elektroautos – die Zukunft der Mobilität oder doch nicht?

Smart City, intelligente Kommunikationstechnologie und Elektrofahrzeuge – all das soll weiterentwickelt und für die Zukunft optimiert werden. Nachhaltig wird E-Mobilität aber nur dann, wenn die Fahrzeuge auch mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen geladen werden. Aktuell gibt es in Deutschland den so genannten Drittel-Mix: Ein Drittel kommt aus Kohlekraftwerken, ein Drittel ist Atomenergie und lediglich ein Drittel wird von erneuerbaren Quellen produziert. Dadurch emittiert selbst ein vermeintlich sauberes E-Auto Kohlenstoffdioxid.

Nicht nur „unsauberer“ Strom steht dem Durchbruch der Elektromobilität entgegen. Die Akkus solcher Autos müssen lange geladen werden und haben dann trotzdem eine geringere Reichweite als vergleichbare Verbrenner, die binnen weniger Minuten aufgetankt sind. Kurt Sigl weiß, dass sich die Reichweite von Elektroautos bereits erhöht hat und ist der Überzeugung, dass mangelnde Reichweite der Vergangenheit angehört. Als Beispiel nennt er den Renault ZOE, der bei dem Car-Sharing-Dienst mobileeee die Hauptflotte bildet. Der City-Flitzer schafft im Vergleich zu 2013 die doppelte Strecke (etwa 300 Kilometer) mit nur einer Akkuladung. Generell fahren gerade Zweit- und Drittfahrzeuge am Tag durchschnittlich weniger als 30 Kilometer. Für diese Strecke eignen sich die Elektroautos. Aber sind auch Sie bereit für die E-Mobilität? Diese App verrät es Ihnen!

Auch die Ladeinfrastruktur sieht Kurt Sigl nicht sonderlich kritisch. Er weiß, dass etwa 80 Prozent der Ladevorgänge zu Hause stattfinden. Ist dies, beispielsweise in einer Mietwohnung, nicht möglich, kann das Auto auch auf der Arbeit geladen werden.

Bleibt nur noch der Preis. Doch auch hier gibt es, nach Sigl, in der Bevölkerung Wissenslücken: Lediglich E-Autos von deutschen Herstellern seien teuer. Kurt Sigl ist der Ansicht, dass es sich hier lohne, auf dem Markt nach Importen zu schauen. Er beziffert den Franzosen Renault ZOE mit einem Neuwert von 15.000 Euro. Für das Geld bekäme ein Käufer auch einen VW Polo oder einen MINI mit Verbrennungsmotor.

Um die Situation in Zukunft verbessern zu können, müssen alle Player berücksichtigt werden: Energieversorger, Automobilindustrie und Telekommunikationsanbieter. Nur wenn alle Komponenten optimal vernetzt sind, wird das Elektroauto beliebt werden, meint der Präsident des Bundesverbands eMobilität e.V.. Natürlich sind hiervon auch Batterieentwickler betroffen. Sie müssen für eine höhere Ladeleistung sorgen. Dies könnte mithilfe von Asphalt möglich sein. Der Bodenbelag soll dafür sorgen, dass sich die Ionen besser miteinander verbinden. Doch das ist nur eine von vielen innovativen Ideen, wie Akkus in Zukunft leistungsstärker werden sollen.

Dauer: 10:14

Produktion: November 2017

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