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MD.REPORTAGE DIESEL – Umweltbundesamt: Wozu dienen Normen und Grenzwerte?

Lars Mönch, Fachgebietsleiter für Abgastechnologie des Umweltbundesamtes, erklärt MOTORDIALOG-Moderator Andreas Keßler, dass das Umweltbundesamt sowohl die Öffentlichkeit als auch die Ministerien wissenschaftlich berät.

Fachlich lassen sich gewisse Abgas-Grenzwerte für den Umweltschutz ableiten, die dann dem Gesetzgeber vorgelegt werden. Die Werte sind unabhängig von der Fahrzeugindustrie. Letztendlich muss dann ein Kompromiss gefunden werden, der sich mit den zur Verfügung stehenden Techniken einhalten lässt.

Mönch sagt klar, dass die Euro 6-Norm nicht das Optimum ist, denn „es geht immer mehr“. Das Umweltbundesamt sieht sich aber in der Pflicht, möglichst anspruchsvolle Grenzwerte zumindest diskutieren zu lassen.

Die Automobilentwickler stören diese Vorschläge bei weitem nicht mehr so, wie noch vor einigen Jahren. Sie stecken sich selbst das Ziel, ein emissionsarmes aber auch Kraftstoff sparendes Fahrzeug zu entwickeln, denn das überzeugt den Kunden. Bei dieser Konzeption kommt es dann aber doch letztlich auf die Entwicklungskosten an, die möglichst gering gehalten werden sollen.

Auch die Industrie stößt Stickoxide aus. Lars Mönch erklärt jedoch, dass 60 % des ausgestoßenen NOx im Straßenverkehr vom Diesel stammt. Die Umwelt muss für den aktuell sehr niedrigen Spritverbrauch also einen hohen Preis zahlen. Doch nicht nur unsere Erde leidet, auch gesundheitliche Schäden für die Bevölkerung sind ein Problem. Um EU-Normen dahingehend einzuhalten, werden alte Dieselfahrzeuge mittel- und langfristig aus den Innenstädten verschwinden müssen. Hierzu wird aktuell die blaue Plakette diskutiert.

Im Herbst 2015 legte der europäische Gesetzgeber neue Grenzwerte fest. Die Real Driving Emission (RDE) soll dafür sorgen, dass der Diesel im innerstädtischen Bereich deutlich weniger Feinstaub ausstößt. Dieser Test wird von einem technischen Dienst durchgeführt. Anders als auf Teststrecken oder in der Laborsituation werden hier auch unvorhergesehene Ereignisse eingerechnet.

Mönch ist der Ansicht, dass es in Zukunft eine doppelte Prüfung der Grenzwerte geben wird: zum einen auf dem Prüfstand (WLTP)  und zum anderen müssen die Grenzwerte im realen Betrieb (RDE) eingehalten werden. Der Fokus liegt hierbei nicht nur auf Schadstoffen, sondern auch auf der Partikel-Emission eines Fahrzeugs.

Dauer: 15:12

Produktion: 2016

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