Das Mobilitätsportal

MD.REPORTAGE DIESEL – Forschungszentrum Ford: So wird der Abgaswert richtig ermittelt!

Sarah Elßer ist für MOTORDIALOG in Aachen im Forschungszentrum der Ford Motor Company. Sie möchte herausfinden, ob ein niedriger Verbrauch und die damit verbundene CO2-Reduzierung sich mit der Verminderung von Stickoxiden (NOx) vereinen lässt.

Das Problem an dem ganzen Konstrukt: Ein niedriger Verbrauch reduziert den CO2-Ausstoß. Das ist nicht nur für die Umwelt, sondern auch für den Geldbeutel des Fahrers von Vorteil. Stickoxide verbrennen aber bei höherem Verbrauch besser. Die Folge davon ist, dass bei einem geringen CO2-Ausstoß viel NOx emittiert wird. Stickoxide entstehen im Verbrennungsmotor im höheren Drehmomentbereich. Die AGR (Abgasrückführung) wirkt dem entgegen, führt aber zu einer Verschlechterung des Kraftstoffverbrauchs, was wiederum die CO2-Emission nach oben treibt.

Leonhard Bartsch, Ford Research und Innovation Center Aachen,  erklärt, dass man mit einer Abgasnachbehandlung  die gesetzlichen Normen einhalten kann. Da die Grenzwerte im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter verschärft wurden, fragt man sich natürlich: Ist eine Verbesserung technisch überhaupt noch möglich?

Eine Alternative zur Abgasnachbehandlung ist das Elektroauto. Aber auch der Hybrid ist eine Option, der durch Bremsen Energie rekuperieren, also zurückgewinnen, kann. Diese Energie können sowohl Benzin- als auch Dieselfahrzeuge für die Optimierung nutzen.

Die Abgaswerte wurden bisher nur auf dem Prüfstand gemessen. Dadurch konnten Automobilhersteller eine Prüfstandserkennungssoftware nutzen. Die Lösung gegen diese Software heißt Real Driving Emission (RDE). Die Emissionen werden dabei im realen Betrieb gemessen und nicht in einem Labor. Dr. Rainer Vogt, Technical Expert & Team Leader, Environment & Health bei Ford Research & Advanced Engineering, erklärt Sarah, dass in Zukunft tatsächlich unter realen Bedingungen getestet wird und zeigt das passende Gerät dazu. Die Messmethode dafür ist recht kompliziert und wird bereits seit 10 Jahren entwickelt, damit sie in Zukunft realistische Ergebnisse liefern kann. Zu Beginn darf der RDE-Wert das 1,6-fache des Prüfzykluswertes betragen, allerdings müssen viele weitere Randbedingungen erfüllt werden. Dr. Vogt spricht hier von einer extremen Herausforderung. Beispielsweise können die Fahrzeuge bei sämtlichen Wetterszenarien geprüft werden.

Wie ein solches Testszenario aussieht, muss natürlich vom Gesetzgeber festgelegt werden. Die Industrie berät hier mit wissenschaftlichem Know-How mittels Arbeitsgruppen. Auf die Entscheidung, was in den Gesetzestext aufgenommen wird, hat die Industrie allerdings keinen Einfluss. Genau wie das Umweltbundesamt ist die Industrie nur Berater, die Vorschläge macht. Die Gesetzgebung soll dann in den Tests ein „normales Fahren“ abbilden. Stickoxide entstehen unter starker Beschleunigung oder dem Bergauffahren. Wichtig ist also, dass auch diese Bereiche bei der Messung gefahren und somit geprüft werden.

Um den NOx-Ausstoß zu senken, gibt es weitere Maßnahmen. Diese betreffen nicht nur die Gesetze, auch städtebauliche Maßnahmen sollen unsere Umwelt und damit auch unsere Atemluft sauberer machen.

Dauer: 19:41

Produktion: 2016

 

 

Nur registrierte Benutzer dürfen kommentieren.