Highlight: Die drei Akteure der Wirtschaftsethik

Prof. Dr. Jörg Althammer von der katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ist der Meinung, dass in der Gesellschaft gewisse Rahmenbedingungen notwendig sind. Nachdem die Gesellschaft Ziele definiert hat, muss zunächst ein Plan entstehen, wie diese umzusetzen sind. Für die Umsetzung benötigt jedes Unternehmen einen klaren Rahmen, indem es agieren kann. Damit sich der Verantwortliche aber tatsächlich daran orientieren kann, ist eine gewisse Kontinuität der Vorgaben notwendig. Ändern sich die Bedingungen zu schnell, bekommen besonders Brachen mit einem langen Entwicklungszyklus wie die Automobilindustrie ein Problem damit, sich an die geänderten Regeln anzupassen.
Die Politik muss also entscheiden, wie hoch der Ausstoß der Fahrzeuge sein darf. Die Unternehmen müssen diese Vorgaben dann umsetzen.
In dem wirtschaftsethischen Konstrukt spielen jedoch drei Akteure eine wichtige Rolle, denn auch der Verbraucher nimmt Einfluss auf die Entwicklung. Kauft der Verbraucher ein Produkt, signalisiert das dem Unternehmen, es soll in diese Richtung weiterentwickeln. Es ist also nicht sinnvoll, kleine leichte Autos mit kleinen Motoren zu bauen, wenn der Verbraucher das SUV mit Allradantrieb bevorzugt. Allerdings können neue Konzepte entwickelt werden, die sich im politischen Rahmen an die Bedürfnisse der Gesellschaft anlehnen. Auf der anderen Seite bestimmt der Verbraucher aus welchen Märkten sich ein Unternehmen zurückzieht, obwohl die Politik gerade dort den Markt gerne ausbauen würde.
Nach Professor Althammer beginnt die Wirtschaftsethik bei der Frage nach dem Geld. Der Verbraucher möchte wenig bezahlen, das Unternehmen möchte Gewinne machen und muss zumindest die Entwicklungskosten wieder einnehmen.

Dauer: 06:56

Produktion: Januar 2016